Paddeln durch Wuppertal

Seit es die Wuppertalsperre gibt, hat Wuppertal kein Hochwasser mehr gesehen. Der Pegel der Wupper wird so konstant gehalten, dass er selbst durch kurze Regenperioden nicht wirklich steigt. Dies hat auch sein Gutes, da die Wupper so im Sommer nicht austrocknet, jedoch muss ein Holzkanufahrer, der sein Boot nicht zerstören will, auf die wenigen Wochen im Herbst und Winter warten, bis die Wupper steinlos befahrbar ist.



Wir nutzten die Gelegenheit an einem sonnigen Märztag und schmissen das Boot am Arbeitsamt Wuppertal in die Wupper. Die Schwelle am Pegel Kluserbrücke war gut überfahrbar. Auf Höhe der Haltestelle Kluse schwappten uns an einer Engstelle einige Liter Wasser ins Boot, es fing also an Spass zu machen. Man ist im Wuppertaler Stadtgebiet als Paddler recht einsam unterwegs, da der Fluss so stark eingefasst ist, dass die Leute einen kaum sehen. Nur die Schwebebahnfahrer haben gewunken, manchmal auch gehupt. Die Fahrt verlief weiter durch die Bayer-Werke und am Stadion Zoo vorbei. In Sonnborn war unsere Fahrt zuende. Um die Rückkehr zum Auto mussten wir uns keine Gedanken machen, da wir einfach mit der Schwebebahn fahren konnten. Da der Tag noch jung war und uns die kurze Tour durch die City so angefixt hat, holten wir uns später noch ein Fahrrad, das wir ins Boot luden, und setzten die Fahrt von Sonnborn aus fort.


Die Strecke durch die Stadt kannten wir schon ziemlich gut, auch wenn wir sie noch nie vorher gepaddelt sind. Die Strecke von Sonnborn bis Müngsten war uns hingegen nur grob bekannt und wir achteten umso mehr darauf, keine Steine oder Untiefen zu treffen. Leider erreichten wir ziemlich schnell das Wehr am Klärwerk Buchenhofen und mussten ein weites Stück, teils weglos durchs Gebüsch, umtragen. Total durch, weil Kanu lange über Asphaltweg getragen, setzten wir die Fahrt an der Kanueinstiegsstelle Rutenbeck fort. Bis zur Kohlfurth fließt die Wupper recht ruhig, danach beginnt ein sehr kurviger, wilder Teil mit Engstellen, umgestürzten Bäumen und Felswänden. Mit etwas Glück bekommt man auch einen Eisvogel oder eine Wasseramsel zu Gesicht. Als es schon dämmerte, erreichten wir die Müngstener Brücke und ich schwang mich sofort aufs Fahrrad, um das Auto zu holen.


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