LEISTENBAUWEISE

Bei der Leistenbauweise werden einzelne Holzleisten auf Mallen, die die Form des Rumpfes definieren verleimt, geschliffen und schließlich mit einer Lage GFK überzogen, die das Holz vor Feuchtigkeit schützt und den Rumpf aussteift. Es entstehen sehr leichte und strapazierfähige Boote mit einer edlen Optik, einer langen Haltbarkeit und einem hohen Gebrauchswert.

Sägenmarathon

 

Ist der Bauplan ausgewählt, die Helling aufgebaut und die Mallen ausgerichtet kann mit der Beplankung begonnen werden. Hierzu werden Holzleisten von den Dollborden ausgehend zum Kiel auf den Mallen verleimt. Allein bei der Herstellung dieser 6mm starken, konkav und konvex gefrästen Rumpfleisten werden auf Säge und Frästisch mehrere hundert Meter zurückgelegt. Beim Bau des Rumpfes nutzen wir keine Tacker, was die Bauzeit verlängert aber am Ende auch durch eine wesentlich schönere Optik besticht. Zum Kiel hin entsteht schließlich ein ovales Loch, das Leiste für Leiste und mit viel Anpassungsarbeit geschlossen werden muss. Die letzte erfolgreich eingepasste Leiste - die schwierigste - wird traditionell mit Whiskey begossen.

Kajakdeck Holz

Fleißarbeiten

 

Der geschlossene Rumpf muss nun auf beiden Seiten geschliffen werden - 80, 120, 240 - bevor er nochmals feucht abgewischt wird, damit sich aufstellende Holzfasern durch einen letzten Schliff entfernt werden können. Der noch filigrane Bootsrumpf wird anschließend mit GFK verstärkt. Eine Glasfasermatte, die sich mehr oder weniger unkompliziert den Formen des Rumpfes fügt, wird mit glasklarem Epoxidharz getränkt. Ein speziell langsames Harz mit langer Topfzeit ist nun für mindestens eine durchzechte Nacht verantwortlich. Lag man gerade noch träumend im Bett, findet man sich Minuten später mit Overall, Gasmaske und Nitrilhandschuhe in der Werkstatt wieder, um mitten in der Nacht den nächsten "Fillcoat" aufzubringen. Nach drei solcher Anstriche ist es geschafft und das Harz bekommt Zeit zum Aushärten.

Epoxidharz

Vorfreude

 

Erkennbar ist nun ein fast fertiger Rumpf. Nach all den Stunden des Schleifens und der Arbeit mit Harzen und Gasmaske würde man einfach gerne den halbfertigen Rumpf probepaddeln, jedoch fehlen noch die Einbauten.

Ein Kajakrumpf besteht aus zwei Schalen, die miteinander zum fertigen Kajak verklebt werden müssen. Anschließend werden der Sitz, Fußstützen und Luken eingebaut. Beim Kanadier werden die Dollborde am Süllrand angebracht und in der Bootsmitte durch eine Ducht verbunden, was dem Rumpf seine Steifigkeit verleiht. Die Sitze werden eingebaut und schließlich kann der Rumpf lackiert werden. Beim ersten Paddelausflug passiert es dann plötzlich: der erste Kratzer ... das Kanu ist nun fertig!

Kanutour

Unsere Leistenboote: