KANUBAU...

... in Wuppertal. Meist gucken die Leute so als hätten Sie einen nicht richtig verstanden und man wird oft gefragt, wo man denn hier paddelt. Zugegeben gibt es nicht viele Seen in der Nähe, dafür haben wir die Wupper, auf der man sowohl alleine in der Natur sein kann als auch durch Wuppertal unter der Schwebebahn paddeln kann. Außerdem geht hier nicht nur um den Bau von Kanus, sondern um den handwerklichen Prozess. Wir würden wahrscheinlich auch in der Wüste Kanus bauen.

 

In unserem Blog findet ihr Artikel zum Kanubau aber auch Tips zu Touren, die wir gefahren sind.

Für Infos zu Bauweisen und unseren fertiggestellten Kanus weiter unten schauen ...

UNSERE BAUWEISEN

Holzboote müssen nicht schwer sein. Ganz im Gegenteil ! Vor allem Red Cedar, aus dem viele Teile unserer Kanus hergestellt sind, ist eins der leichtesten Hölzer, die es zu kaufen gibt, nur an Balsa kommt es nicht ran. Es ist außerdem sehr Verrottungsresistent und flexibel, perfekt geeignet also für den Kanubau. Ein Leistenkanadier wiegt so je nach Länge zwischen 25 und 30 Kilo. Ein Skin-on-Frame Kanadier bring es bei gleichen Längen auf 20 bis 25 Kilo. Ein Skin-on-Frame-Kajak lässt sich 13 Kilo leicht bauen !

 
 

Leistenbauweise // wieder was geleistet

6mm starke Holzleisten, konkav und konvex gefräst, bilden das Ausgangsmaterial für diese Bauweise. Nach dem Bau einer "Helling", auf der ein Kanurumpf Gestalt annehmen wird, folgt ein aufwändiger Prozess des Anpassens und Verleimens einzelner Holzleisten. Unsere Leistenboote bauen wir natürlich ohne Tacker. Dies ist aufwändiger und kostet mehr Zeit, sieht jedoch am Ende auch schöner aus. Ist der Rumpf geschlossen und die "Whiskey-Plank" gebührend begossen, folgt das Schleifen des Rumpfes. Auf der Außenseite macht das Spaß, im Innern des Rumpfes zählt man die Stunden des Handschleifens. 

Der noch filigrane Rumpf wird anschließend mit GFK verstärkt. Eine Glasfasermatte, die sich mehr oder weniger unkompliziert den Formen des Rumpfes fügt, wird mit glasklarem Epoxidharz getränkt. Ein speziell langsames Harz mit langer Topfzeit ist nun für mindestens eine durchzechte Nacht verantwortlich.

Lag man gerade noch träumend im Bett, findet man sich Minuten später in voller Kampfmontur (Overall, Gasmaske, Nitrilhandschuhe) in der Werkstatt wieder, um mitten in der Nacht den nächsten "Fillcoat" aufzubringen. Nach 3 solcher Anstriche ist es geschafft und das Harz bekommt Zeit zum Aushärten. Sind Außen- und Innenseite des Rumpfes laminiert, wird das Harz erneut angeschliffen, die Wegerleisten angebracht, Sitze und Duchten eingebaut und Decks angepasst. Der abschließende Arbeitsgang besteht aus einer Lackierung mit Klarlack.

 

Skin-on-Frame // mit Nadel und Faden

Wie der Name bereits vermuten lässt, besteht ein Skin on Frame Boot aus einem Gestell, welches mit einer Haut überspannt wird. Wärend schon vor tausenden von Jahren aus Treibholz und Knochen gefertigte Rümpfe mit Robbenhaut überspannt wurden, findet man seine Materialen heutzutage vor allem im Holzhandel. Dampfgebogene Rippen geben einem Skin on Frame seine Form, Nylon, Polyester oder Baumwolle bilden die Haut.

Skin on Frame Boote sind leicht und robust, lassen sich relativ ressourcenschonend bauen, bieten viel Handarbeit und viele verschiedene Techniken für den interessierten Bötchenbauer. 

Traditionelle Bauarten kommen ohne Kleber, Schrauben und Nägel aus, da die Boote mit Steckverbindungen und Kunstsehne zusammengehalten werden. Modernere Ansätze, sogenannte Fuselage Frame Boote erinnern an den traditionellen Flugzeugbau.

Auch bei industriell gefertigten Booten finden sich häufig die eher kantigen Formen von traditionellen Skin on Frame Booten vor, was besonders für ihre ausgereifte Form spricht. Im Gegensatz dazu sind handgefertige Boote natürlich auf die Körpermaße des Paddlers abgestimmt. Obwohl viele fabrikgefertigte Kajaks in traditionellen Seekayakformen gefertigt werden, ist der kantige und filigrane Anblick eines SOF-Bootes eine Seltenheit und zieht viele Blicke auf sich.

UNSERE KANUS

 
 

SOFi // Kanadier

SOFI ist ein Skin-On-Frame (SOF) Kanadier, den wir nach eigenem Bauplan für das Paddeln auf Seen gebaut haben. Mit 4,70 Metern Länge ist er noch handlich und doch Spurtreu, wodurch er sich auch für längere Paddelstrecken eignet. Der hohe Süllrand lässt eine starke Beladung für längere Touren zu. Die luftige Bauweise lässt sich auf Reisen gut aufs Autodach heben. Die geölte Holzkonstruktion ist mit Kunstsehne verbunden und bestimmt die Form des Kanadiers. Eine lackierte Bespannung aus Nylongewebe fungiert als Außenhaut und macht das Boot zum Boot. Leim und Holzdübel findet man bei dieser Konstruktion kaum. Selbst die Sitze sind mit Sehne am Rumpf befestigt. 

Bauplan // einen Bauplan für SOFi kann man kaufen.

470 x 83 cm | 22 kg | 2 Sitze

 

Carlyak // Seekajak

Benannt nach seinem Erbauer, der es 2017 in modern adaptierter Bauweise nach Grönländischen Traditionsmaßen anfertigte. 

520 x 45 cm | 13kg

 

Freedom 15' // Kanadier

Der von Steve Killing entworfene Freizeitkanadier ist relativ kurz und liegt durch seine breite Bauweise stabil im Wasser. Das Design ist mit den steilen Steven und der flachen Deckskontur sehr schlicht und modern gehalten. Durch die leicht asymmetrische Form lässt er sich auch alleine leicht paddeln. Das Gewicht des Kanus wurde durch die Verwendung von Red Cedar und minimalistischen Einbauten aufs Minimum reduziert. Wegerleisten, Decks, Ducht und Sitze wurden aus Esche gefertigt. Die Sitze sind mit schmalem, wetterbeständigem Gurtband bespannt. Mit seiner Länge von 4,60 Meter passt er gut auf fast jedes Autodach. Sein neues Zuhause ist der Chiemsee.

460 x 90 cm | 25kg | 2 Sitze

 

Longboard // Surfbrett

Es muss nicht immer ein Boot sein. Ein Surfbrett aus Holz ist zwar etwas schwerer als ein Schaumboard, allerdings auch um einiges stabiler. Ein Sperrholzgerippe gibt der 6mm starken Beplankung  Form und spendet dem Board reichlich Hohlraum.

2,5m, 60l Volumen

 

Pivo // Seekajak

ein leichtes Seekajak aus Red Cedar (Thuja plicata) für längere Paddelstrecken. Das Design ist an traditionelle Seekajaks angelehnt. Für den Rumpf wurde Red Cedar mit einer helleren Ausprägung verwendet, für das Deck eine rötlich-braune Ausprägung. Der Rumpf ist innen wie außen mit 160g schwerem Glasfilamentgewebe laminiert. Durch den geraden Kiel und seine Länge ist das Kajak sehr Spurtreu und schnell. Zwei Gepäckluken vor und hinter dem Sitz sorgen für viel Stauraum. 

520 x 45 cm | 18kg

 

Wabnaki // Kanadier

Unser gemeinsames Debüt-Boot und unser Einstieg in den Kanubau, begonnen 2014, abgeschlossen 2015. Gefertigt aus nordischer Kiefer und Esche in Leistenbauweise. Mit seinen 4,30 Metern und dem flachen Rumpf ist dieser Kanadier ideal geeignet für unser wildes und kurvenreiches Heimatgewässer, die Wupper. Eine Tour durch Wuppertal haben wir in unserem Blog beschrieben.

430 x 90 cm | 27kg | 2 Sitze

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