BLOG // 2017

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Calle // August 2017

Erste Fahrt Carlyak

Es ist immer ein aufregender Tag, wenn man ein Boot zum ersten mal ins Wasser setzt und somit ein langes Projekt zu Ende bringt. So war es auch im August 2017, als das Skin on Frame Seekayak, welches in mehrerer Monate langer Arbeit, angelehnt an der traditionellen Bauart der Grönlandboote /Polarkreis fertiggestellt war. Nachdem man sich das erste mal in das Cockpit gewunden hat, und sich an die Kippgrenzen gewöhnt hat, wurde das Boot feierlich mit Sekt übergossen. Die Haut war dicht, die Sitzdimensionierung passt, der Erbauer hatte den Rest des Tages ein Grinsen im Gesicht. In Begleitung eines Holzkayaks und eines Holzkanadiers wurde Gradeauslauf, Wendigkeit, Kippstabilität, etc. getestet und für gut befunden. Auch der Aufmerksamkeitsfaktor ist hoch.

 

Fritz // Juni 2017

Bau des Freedom 15'

Ziel war der Bau eines leichten Freizeitkanadiers für kurzere Paddelausflüge auf dem Chiemsee. Wir entschieden uns für den Entwurf des Freedom 15' von Steve Killing. Durch seine leicht asymmetrische Form lässt er sich auch alleine gut paddeln. Der breite Rumpf sorgt für Stabilität und eignet sich auch gut für Paddelanfänger. Der leicht V-Förmige Rumpf und der geringe Kielsprung verleihen dem Kanadier einen guten Geradeauslauf auf Seen. 

Im Holzhandel herrscht meist Stress. Man soll von oben kaufen, die Beleuchtung ist meist schummerig, wenig Zeit für eine überlegte Holzwahl. Mit Trinkgeldern lässt sich oft viel erreichen. Trotzdem bleibt der Holzkauf zu einem kleinen Teil eine Überraschungsveranstaltung. Beim Aufsägen der Bretter sollte man die Leisten vorsichtshalber chronologisch markieren, um sie später wieder der Maserung entsprechend anordnen zu können. Die beiden Bretter, die ich für diesen Kanadier kaufte, ließen einen leichten Farbverlauf im Rumpf zu. Das Holz hatte eine sehr homogene und enge Maserung, jedoch unterschiedliche Helligkeiten. Ich legte die gesägten Leisten alle nebeneinander am Boden aus und sortierte sie entsprechend. Von den Süllrändern zum Kiel wollte ich die Leisten dunkler werden lassen. Eine Zierleiste aus sehr dunklen Red-Cedar-Leisten, die ich noch vom Bau des Seekajaks über hatte, wird die Seiten des Kanadiers auflockern. Die hellen Süllränder, Decks und Sitze aus Esche bilden zum dunklen Rumpf einen schönen Kontrast.

Die Leisten brachten wir diesmal, anders als beim Wabnaki, mit kurzen Leistenabschnitten an, die in die Spanten geschraubt wurden und die frisch verleimten Leisten an Ort und Stelle hielten. Zusätzlich kam Malerkrepp zum Einsatz, um einen größeren Anpressdruck beim Verleimen aufzubringen.Aufgrund der leichten V-Form des Rumpfes, beplankten wir diesen nicht nur von den Süllrändern Richtung Kiel, sondern fingen gleichzeitig auch vom Kiel aus an zu beplanken. Dies hat den Vorteil, dass man theoretisch immer 4 statt 2 Leisten gleichzeitig anbringen kann und somit nicht so lange auf die Trocknung des Leims warten muss. Die Steven wurden schließlich mit Eschenleisten verstärkt, die passgenau in eine gefräste Nut eingelassen wurden. Die Innensteven wurden im Gegensatz zum Wabnaki auch aus Red Cedar gefertigt, was die Bearbeitung beim Beplanken um einiges erleichterte. Auf die Schritte des Schleifens und Laminierens des Rumpfes möchte ich hier nicht weiter eingehen (siehe Blog 2015 - Bau des Wabnaki).

Die inneren Wegerleisten wurden zuerst mit Epoxidharz eingeklebt. Anschließend wurden die kleinen Decks von außen mit Holzdübeln befestigt und an die Innenweger geleimt. Schließlich wurden die Außenweger mit Epoxidharz verklebt und zusätzlich mit V4A-Schrauben verschraubt. Die Schraublöcher wurden anschließend mit Holzdübeln verschlossen und beigeschliffen. Zum Einbau der Sitze wurden Löcher durch den Innenweger gebort und eine Edelstahl-Gewinde-stange eingelassen. Die Bohrlöcher wurden mit Holzdübeln verschlossen und beigeschliffen. Um die Sitze auf die richtige Höhe zu bringen, kamen gedrechselte Eschenrundhölzer zum Einsatz, durch die die Gewindestange geführt wurde. 

 

Fritz // 10.03.2017

Paddeln durch Wuppertal

Seit es die Wuppertalsperre gibt, hat Wuppertal kein Hochwasser mehr gesehen. Der Pegel der Wupper wird so konstant gehalten, dass er selbst durch kurze Regenperioden nicht wirklich steigt. Dies hat auch sein Gutes, da die Wupper so im Sommer nicht austrocknet, jedoch muss ein Holzkanufahrer, der sein Boot nicht zerstören will, auf die wenigen Wochen im Herbst und Winter warten, bis die Wupper steinlos befahrbar ist.

Wir nutzten die Gelegenheit an einem sonnigen Märztag und schmissen das Boot am Arbeitsamt Wuppertal in die Wupper. Die Schwelle am Pegel Kluserbrücke war gut überfahrbar. Auf Höhe der Haltestelle Kluse schwappten uns an einer Engstelle einige Liter Wasser ins Boot, es fing also an Spass zu machen. Man ist im Wuppertaler Stadtgebiet als Paddler recht einsam unterwegs, da der Fluss so stark eingefasst ist, dass die Leute einen kaum sehen. Nur die Schwebebahnfahrer haben gewunken, manchmal auch gehupt. Die Fahrt verlief weiter durch die Bayer-Werke und am Stadion Zoo vorbei. In Sonnborn war unsere Fahrt zuende. Um die Rückkehr zum Auto mussten wir uns keine Gedanken machen, da wir einfach mit der Schwebebahn fahren konnten. Da der Tag noch jung war und uns die kurze Tour durch die City so angefixt hat, holten wir uns später noch ein Fahrrad, das wir ins Boot luden, und setzten die Fahrt von Sonnborn aus fort.Die Strecke durch die Stadt kannten wir schon ziemlich gut, auch wenn wir sie noch nie vorher gepaddelt sind. Die Strecke von Sonnborn bis Müngsten war uns hingegen nur grob bekannt und wir achteten umso mehr darauf, keine Steine oder Untiefen zu treffen. Leider erreichten wir ziemlich schnell das Wehr am Klärwerk Buchenhofen und mussten ein weites Stück, teils weglos durchs Gebüsch, umtragen. Total durch, weil Kanu lange über Asphaltweg getragen, setzten wir die Fahrt an der Kanueinstiegsstelle Rutenbeck fort. Bis zur Kohlfurth fließt die Wupper recht ruhig, danach beginnt ein sehr kurviger, wilder Teil mit Engstellen, umgestürzten Bäumen und Felswänden. Mit etwas Glück bekommt man auch einen Eisvogel oder eine Wasseramsel zu Gesicht. Als es schon dämmerte, erreichten wir die Müngstener Brücke und ich schwang mich sofort aufs Fahrrad, um das Auto zu holen. 

Auf der Wupper

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